Kreuzbund Münster Mitte
Rückfall vermeiden

Rückfall vermeiden

Kurz-Checkliste für den Alltag

  • Habe ich heute Struktur?
  • Habe ich Kontakt zu jemandem?
  • Habe ich auf mich geachtet (Essen, Schlaf, Bewegung)?
  • Gibt es Warnzeichen?

Was heißt das? Dabei hilft Dir der folgende Plan. Schreibe diesen für Dich auf und hab ihn immer in Reichweite!

🛡️ Persönlicher Rückfallpräventions-Plan

1. 🎯 Zieldefinition

  • Hauptziel: Abstinent bleiben (0 Alkohol)
  • Teilziele:
    • Stabiler Alltag ohne Rückfallrisiken
    • Frühwarnzeichen erkennen und gegensteuern
    • Aktives Unterstützungsnetz nutzen

2. ⚠️ Meine persönlichen Auslöser (Trigger)

(hier bitte individuell ergänzen – Beispiele)

  • Stress im Job
  • Konflikte / Streit
  • Einsamkeit am Abend
  • Feiern / soziale Anlässe
  • „Belohnungsgedanken“ („Das habe ich mir verdient“)

👉 Aufgabe: Liste deine Top 3–5 Trigger konkret auf.

3. 🚦 Frühwarnzeichen erkennen

Typische Warnsignale vor einem Rückfall:

  • Gedanken wie: „Nur ein Glas…“
  • Verharmlosung („So schlimm war es doch nicht“)
  • Rückzug von Freunden / Unterstützung
  • Gereiztheit, Unruhe
  • Vernachlässigung von Routinen

👉 Regel: Sobald 2 oder mehr Warnzeichen auftreten → Notfallplan aktivieren!

4. 🔁 Wenn–Dann-Strategien (Kernstück)

Ganz konkret formuliert:

  • Wenn ich nach der Arbeit Stress habe,
    dann gehe ich 20 Minuten spazieren + höre Musik.
  • Wenn ich an Alkohol denke,
    dann trinke ich sofort ein großes Glas Wasser und rufe jemanden an.
  • Wenn ich auf einer Feier bin,
    dann habe ich immer ein alkoholfreies Getränk in der Hand.
  • Wenn ich mich einsam fühle,
    dann schreibe ich Person X oder gehe unter Leute.

👉 Ziel: Automatismen statt Diskussion im Kopf

5. 🧯 Notfallplan (bei starkem Verlangen / Craving)

Schritt 1: Stoppen

  • „Ich muss jetzt nichts entscheiden.“

Schritt 2: Verzögern

  • 5 Minuten warten (Craving kommt in Wellen)

Schritt 3: Ablenken

  • Duschen
  • Spaziergang
  • Sport
  • Haushalt / kleine Aufgabe

Schritt 4: Kontakt

  • Vertrauensperson anrufen
  • Selbsthilfegruppe (z. B. Kreuzbund)

👉 Wichtig: Nicht allein bleiben

6. 🧱 Stabile Alltagsstruktur

Tägliche Basis:

  • ⏰ Feste Aufsteh- und Schlafzeiten
  • 🍽️ Regelmäßige Mahlzeiten
  • 🚶 Bewegung (mind. 20–30 Minuten)
  • 📅 Geplante Aktivitäten (keine „Leerlauf-Abende“)

👉 Leerlauf = Risiko

7. 👥 Unterstützungsnetz

Mindestens 3 Personen fest definieren:

  • Person 1: __________________
  • Person 2: __________________
  • Person 3: __________________

Zusätzlich:

  • Therapeut / Beratung
  • Selbsthilfegruppe

👉 Regel: Wöchentlich mindestens 1 aktiver Kontakt

8. 🧠 Gedankenarbeit

Typische „Suchtgedanken“ aktiv entkräften:

  • „Ein Glas geht schon“ → ❌ „Ich weiß, wohin das führt.“
  • „Ich habe es im Griff“ → ❌ „Meine Erfahrung sagt etwas anderes.“
  • „Nur heute“ → ❌ „Genau so fängt es wieder an.“

👉 Schreibe deine persönlichen Gegenargumente auf

9. 🎁 Belohnungssystem

Alkoholfrei bleiben aktiv belohnen:

  • Woche geschafft → kleine Belohnung
  • Monat → größere Belohnung
  • Meilensteine feiern (ohne Alkohol!)

Beispiele:

  • Essen gehen
  • Neues Hobby
  • Anschaffung, die Freude macht

10. 🔄 Umgang mit Rückfällen (falls sie passieren)

  • Kein „Alles ist egal“-Denken
  • Sofort Analyse:
    • Was war der Auslöser?
    • Was hat gefehlt?
  • Plan anpassen

👉 Regel: Ein Ausrutscher ≠ Scheitern

Ein Rückfall gehört oft zum Weg aus der Sucht. Wichtig ist, dass du daraus lernst und nicht aufgibst!

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